Elektro-Katamaran „Frisia E-I“: Neues Kapitel für klimafreundliche Mobilität im Fährverkehr
- Jochen Siegle - Reporters For Future

- 8. Juni
- 2 Min. Lesezeit
Mit der Inbetriebnahme des Elektro-Katamarans „Frisia E-I“ auf der Strecke zwischen Norddeich und Norderney nimmt ein neues Projekt für emissionsarme Mobilität im deutschen Fährverkehr den Regelbetrieb auf. Das Vorhaben zeigt, wie elektrische Antriebe und erneuerbare Energien im maritimen Verkehr eingesetzt werden können.
Die AG Reederei Norden-Frisia hat den planmäßigen Betrieb der „Frisia E-I“ aufgenommen. Nach Angaben des Unternehmens handelt es sich um das erste rein elektrisch angetriebene Seeschiff Deutschlands im Regelbetrieb. Der Katamaran verbindet das Festland mit der Nordseeinsel Norderney und soll bis zu achtmal täglich verkehren.
Das Schiff kann bis zu 150 Passagiere pro Fahrt befördern. Die Buchung erfolgt über die digitale Plattform Frisonaut.
Elektrischer Antrieb verkürzt die Überfahrtszeit
Die „Frisia E-I“ wird vollständig elektrisch betrieben. Nach Angaben der Reederei erfolgt der Betrieb CO₂-neutral. Gleichzeitig verkürzt sich die Reisezeit auf der Verbindung zwischen Norddeich und Norderney deutlich: Die Überfahrt dauert weniger als 30 Minuten und damit rund halb so lange wie bei den größeren konventionellen Fähren.
Das Projekt verdeutlicht das Potenzial elektrischer Antriebstechnologien für bestimmte maritime Verkehrsverbindungen, insbesondere auf kurzen und regelmäßig bedienten Strecken.
Stromversorgung aus Photovoltaikanlagen
Ein zentrales Element des Konzepts ist die Energieversorgung. Der für den Betrieb benötigte Strom wird über Photovoltaikanlagen erzeugt, die auf etwa 600 Carports am Gästeparkplatz der Reederei in Norddeich installiert wurden. Geplant ist zudem die Integration eines Batteriespeichers, um überschüssig erzeugte Energie zwischenzuspeichern.
Während der Aufenthaltszeiten in Norddeich werden die Batterien des Schiffes nachgeladen. Dadurch entsteht ein System, das erneuerbare Stromerzeugung und elektrische Mobilität miteinander verbindet.
Bedeutung für die Verkehrswende
Die Elektrifizierung des Fährverkehrs gilt als ein möglicher Baustein für die Reduzierung von Treibhausgasemissionen im Verkehrssektor. Projekte wie die „Frisia E-I“ können Aufschluss darüber geben, unter welchen Bedingungen elektrische Antriebe im maritimen Bereich wirtschaftlich und technisch umsetzbar sind.
Insbesondere auf kurzen Strecken mit planbaren Ladezeiten könnte die Technologie künftig eine größere Rolle spielen. Gleichzeitig bleiben Fragen zur Skalierbarkeit, zu den Investitionskosten und zur Verfügbarkeit erneuerbarer Energie wichtige Faktoren für eine breitere Anwendung.

Quellen & Links
Power Progress – Deutschlands erste vollelektrische Fähre




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