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Greentech könnte Europas Gasverbrauch bis 2030 um 1/4 senken

LNG Gas Terminal. Foto: Markus Kammermann, Unsplash
LNG Gas Terminal. Foto: Markus Kammermann, Unsplash

Von Jochen Siegle, Reporters For Future


Neue Solar- und Windkraftanlagen sowie Millionen zusätzlicher Wärmepumpen könnten den Gasverbrauch in der EU deutlich reduzieren. Eine aktuelle Analyse des Institute for Energy Economics and Financial Analysis zeigt: Erneuerbare Energien sind nicht nur wichtig für den Klimaschutz, sondern auch für Europas Sicherheit und wirtschaftliche Unabhängigkeit.


Neue Lieferländer lösen das Problem nicht


Die Energiekrise zeigt erneut, wie abhängig Europa von fossilen Energieimporten ist. Nach dem Rückgang russischer Gaslieferungen setzte die EU verstärkt auf Flüssigerdgas, kurz LNG. Zwischen 2021 und 2025 stiegen die europäischen LNG-Importe laut IEEFA um 84 Prozent und erreichten damit einen neuen Höchststand.


Doch der Wechsel zu anderen Lieferländern schafft keine dauerhafte Sicherheit. Politische Konflikte, beschädigte Exportanlagen oder unterbrochene Transportwege können die Versorgung jederzeit gefährden.


Die nachhaltigste Antwort ist deshalb ein sinkender Gasverbrauch.


Europa hat seinen Gasverbrauch bereits gesenkt


Mit dem REPowerEU-Plan verfolgt die Europäische Kommission seit 2022 das Ziel, Energie einzusparen, erneuerbare Energien auszubauen und die Abhängigkeit von russischen Importen zu beenden.


Zwischen 2021 und 2024 sank der Gasverbrauch in der EU bereits um rund 78,5 Milliarden Kubikmeter. Das entspricht einem Rückgang von 20 Prozent. Private Haushalte verbrauchten 24 Prozent weniger Gas, die Industrie reduzierte ihren Verbrauch um 20 Prozent.


Auch Gewerbe, öffentliche Einrichtungen sowie die Strom- und Wärmeerzeugung trugen zu den Einsparungen bei.


Solarenergie, Windkraft und Wärmepumpen zeigen Wirkung


Der Ausbau von Greentech hat diese Entwicklung unterstützt. Zwischen 2022 und 2024 wurden nach Angaben der Europäischen Kommission rund 7,6 Millionen Wärmepumpen in der EU installiert. Frankreich lag mit etwa zwei Millionen Geräten vorn, gefolgt von Italien mit 1,5 Millionen und Deutschland mit knapp einer Million.


Gleichzeitig kamen Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von 146 Gigawatt hinzu. Rund 61 Prozent der europäischen Solarleistung befinden sich laut SolarPower Europe auf Dächern, 39 Prozent entfallen auf größere Solarparks.


Zusätzlich wurden zwischen 2022 und 2024 mehr als 43 Gigawatt neue Windkraftleistung installiert.


Bis 2030 ist ein Viertel weniger Gas möglich


Nach Berechnungen des IEEFA senkten neue Wärmepumpen sowie zusätzliche Solar- und Windstromanlagen den Gasverbrauch der EU allein 2024 um rund 8,8 Milliarden Kubikmeter.


Bis 2030 könnte der Verbrauch noch erheblich stärker zurückgehen. Voraussetzung wäre, dass Europa jährlich mindestens vier Millionen Wärmepumpen, 75 Gigawatt Solarleistung und 22 Gigawatt Windkraft neu installiert. Unter diesen Bedingungen könnte die EU ihren Gasverbrauch um rund ein Viertel reduzieren. Zusätzliche Maßnahmen zum Energiesparen sind in dieser Rechnung noch nicht enthalten.


Energiewende ist auch Sicherheitspolitik


Der Ausbau erneuerbarer Energien ist weit mehr als ein Klimaschutzprojekt. Er verringert geopolitische Risiken, stärkt die europäische Wirtschaft und macht Gesellschaften weniger abhängig von fossilen Lieferanten.


Dafür reichen neue Windräder, Solaranlagen und Wärmepumpen allein jedoch nicht aus. Europa braucht zugleich moderne Stromnetze, Energiespeicher, digitale Steuerungssysteme und verlässliche politische Rahmenbedingungen.


Greentech wird damit zu einer zentralen Voraussetzung für Europas nachhaltige Transformation – und zu einer Frage der wirtschaftlichen und politischen Souveränität.



 
 
 

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