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Kaiserpinguine rutschen auf der Roten Liste weiter ab – Klimakrise treibt Art in die Nähe einer Kipp-Phase

Aktualisiert: vor 24 Stunden


Die Bestände der Kaiserpinguine entwickeln sich deutlich schlechter als bisher angenommen. Die Weltnaturschutzunion (IUCN) hat die ikonische Antarktis-Art jetzt von „potenziell gefährdet“ auf „stark gefährdet“ hochgestuft.


Naturschutzorganisationen wie der WWF sprechen von einem weiteren Warnsignal für die Stabilität polarer Ökosysteme – und sehen die Klimakrise als zentrale Triebkraft der Entwicklung.


Nach aktuellen Auswertungen, an denen auch der WWF beteiligt war, droht der Bestand langfristig unter Druck zu geraten. Forschende warnen vor einem möglichen Kollaps einzelner Kolonien, sollte sich der Trend fortsetzen.


Besonders kritisch: Ohne schnelle und tiefgreifende Emissionsreduktionen könnte die Art bis zum Ende des Jahrhunderts in eine existenzielle Schieflage geraten.


Meereis als Lebensgrundlage verschwindet


Der zentrale Stressfaktor für Kaiserpinguin ist der rasche Rückgang des antarktischen Meereises. Die Tiere sind in ihrer gesamten Fortpflanzungsbiologie auf sogenanntes Packeis angewiesen – stabile Eisflächen, die sich mit dem Kontinent verbinden und über Monate hinweg als Brutplattform dienen.

Dieses Habitat verändert sich seit Jahren spürbar.


Seit etwa 2016 ist ein anhaltender Rückgang der Meereisausdehnung zu beobachten, sowohl in der Fläche als auch in der Dauer der Stabilität. Die Folgen sind bereits messbar: In der Bellingshausen-Region brachen 2022 mehrere Brutkolonien zusammen, mit erheblichen Verlusten bei Jungtieren, die noch nicht ausreichend isolierende Federn ausgebildet hatten.


Population geht um rund zehn Prozent zurück


Auch mittelfristige Daten zeichnen ein klares Bild: Zwischen 2009 und 2018 ging die Population um rund zehn Prozent zurück. Neuere Analysen deuten auf eine Beschleunigung dieses Trends hin – in Teilen der Westantarktis wird für den Zeitraum 2018 bis 2023 ein Rückgang von etwa 22 Prozent beschrieben.



Druck auf Tiere nimmt in allen Lebensphasen zu


Nicht nur die Brut ist gefährdet. Auch adulte Tiere geraten zunehmend in kritische Situationen, insbesondere während der Mauser. In dieser Phase verlieren sie ihre wasserabweisenden Federn und sind stark auf stabile Eisflächen angewiesen. Brechen diese zu früh auf, steigt das Risiko lebensbedrohlicher Unterkühlung im eisigen Wasser erheblich.



Parallel dazu führt der Eisverlust zu einer stärkeren räumlichen Konzentration der Tiere. Das erhöht Konkurrenzdruck, Stresslevel und potenziell auch die Anfälligkeit für zusätzliche Störfaktoren durch menschliche Aktivitäten in der Region.


Politische Forderungen: Klimaschutz und Schutzstatus


Naturschutzorganisationen drängen nun auf zwei parallele Handlungsstränge: - -


  • Erstens die schnelle und konsequente Reduktion globaler Treibhausgasemissionen, um die Erderwärmung möglichst auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen.

  • Zweitens fordern sie eine stärkere rechtliche Absicherung der Art im Rahmen des internationalen Antarktis-Abkommenssystems (Antarctic Treaty System).

Reporters For Future Blog: Der Kaiserpinguin muss „besonders geschützte Art“ werden.  Foto: Ian Parker via Unsplash
Reporters For Future Blog: Der Kaiserpinguin muss „besonders geschützte Art“ werden. Foto: Ian Parker via Unsplash

Konkret steht die Forderung im Raum, den Kaiserpinguin als „besonders geschützte Art“ einzustufen. Dadurch könnten Aktivitäten wie Schifffahrt und Tourismus in sensiblen Brutgebieten stärker reguliert werden.


WWF-Expert:innen betonen, dass beide Ebenen zusammenwirken müssen: globaler Klimaschutz und regionaler Schutz der Lebensräume. Ohne diese Doppelstrategie, so die Einschätzung, verschärft sich das Risiko eines langfristigen Bestandsrückgangs erheblich.


Quellen & Links:


 
 
 

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