PFAS: Europas „Ewigkeitschemikalie“ – warum die EU jetzt handeln muss - Termin-Tipp
- Jochen Siegle - Reporters For Future

- vor 28 Minuten
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PFAS – die „Ewigkeitschemikalien“ – sind in Europas Umwelt allgegenwärtig und stellen Politik wie Gesellschaft vor drastische Herausforderungen. Berichte der European Environment Agency belegen die flächendeckende Belastung – mit klar dokumentierten Gesundheitsrisiken. Die EU muss jetzt konsequent handeln.

PFAS – per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen – sind extrem langlebige Industriechemikalien. Ihre wasser-, fett- und schmutzabweisenden Eigenschaften machen sie technisch attraktiv.
Doch genau diese Stabilität ist zum Problem geworden: Einmal in der Umwelt, bleiben sie praktisch für immer.
PFAS wurden inzwischen im Blut von Menschen, in Flüssen, Böden, Lebensmitteln und im Trinkwasser nachgewiesen. Ihre Entfernung ist technisch möglich, aber aufwendig, teuer und energieintensiv. Kommunen zahlen – am Ende die Bürgerinnen und Bürger.
Berichte der European Environment Agency und Bewertungen der European Chemicals Agency zeigen, dass die Belastung kein Einzelfall ist, sondern ein strukturelles europäisches Problem.
Wissenschaftlich belegt: Gesundheitsrisiken
Eine aktuelle Übersichtsarbeit im renommierten Journal Environmental Toxicology and Chemistry (2025) fasst internationale Studien zur PFAS-Belastung zusammen.
Die Autor*innen zeigen deutliche Zusammenhänge zwischen PFAS-Exposition und Störungen des Immun- und Hormonsystems, Stoffwechselerkrankungen, Leber- und Herz-Kreislauf-Problemen sowie Beeinträchtigungen von Fruchtbarkeit und kindlicher Entwicklung. Selbst niedrige, chronische Belastungen können demnach gesundheitlich relevant sein.
Politischer Handlungsbedarf auf EU-Ebene
Die bisherige Regulierung einzelner Stoffe greift zu kurz. Oft werden verbotene PFAS einfach durch ähnliche Verbindungen ersetzt. Notwendig ist daher ein gruppenweites Verbot nicht-essenzieller Anwendungen.
Zugleich braucht es strengere Trinkwasser-Standards, Transparenz entlang der Lieferketten und die konsequente Anwendung des Verursacherprinzips: Wer PFAS produziert oder nutzt, muss für die Folgekosten aufkommen – nicht die Allgemeinheit.
Das PFAS-Problem ist ein Lackmustest für Europas Transformation. Es zeigt, wie teuer es wird, wenn das Vorsorgeprinzip zu spät greift. Trinkwasser darf kein Kollateralschaden industrieller Lobbyinteressen sein.
Quellen und Links
Environmental Toxicology and Chemistry (2025), Review zu PFAS-Exposition und Gesundheitsfolgen https://doi.org/10.1002/etc.XXXX
Termin-Tipp 23. Feb 2026: Webinar mit EU-Grünen-Politikerin Jutta Paulus zu PFAS Belastung in Europa: "Wie stark ist unser Wasser belastet"?
Woher kommen PFAS – und welche Lösungen gibt es? Diese Fragen diskutiert Jutta Paulus am 23.2. um 19:15 Uhr im Zoom-Webinar gemeinsam mit Prof. Dr. Martin Scheringer von der ETH Zürich und Dr. Gudrun Winkler von Hamburg Wasser.
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