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COP31: Raus aus den Fossilen, rein in die Klimagerechtigkeit

vor 4 Stunden
2 Min. Lesezeit


Von Reporters For Future Redaktion


Die Klimakrise wartet auf keine Abschlusserklärung. Bei der UN-Klimakonferenz in Antalya müssen aus Versprechen konkrete Schritte werden: für den Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas – und für verlässliche Unterstützung der Länder, denen die finanziellen Mittel zum Schutz ihrer Bevölkerung fehlen. Das fordert Oxfam vor Beginn der COP31.



Foto: Chris LeBoutillier, Unsplash
Foto: Chris LeBoutillier, Unsplash

Rein in die Klimagerechtigkeit


Die entscheidende Frage in Antalya lautet: Wer übernimmt Verantwortung? Menschen verlieren durch die Klimakrise ihre Lebensgrundlagen. Gleichzeitig drohen nach Einschätzung von Oxfam ausgerechnet die reichen Industrieländer bei der Unterstützung einkommensschwacher Staaten zu bremsen.


Die Hilfsorganisation warnt davor, dass Kürzungen in der Entwicklungszusammenarbeit auch die Klimaverhandlungen belasten. Wenn zugesagte Unterstützung infrage steht, schwindet Vertrauen. Das erschwert gemeinsame Fortschritte – beim Schutz vor Klimafolgen ebenso wie beim fossilen Ausstieg.


Klimaanpassung braucht Geld. Und verbindliche Zusagen.


Bei der vergangenen Klimakonferenz wurde vereinbart, die Unterstützung für Klimaanpassung bis 2035 zu verdreifachen. Doch dem Ziel fehlen bislang ein festgelegtes Basisjahr und konkrete Umsetzungsschritte. Damit bleibt offen, von welcher Summe aus gerechnet wird und wie die zusätzlichen Mittel tatsächlich ankommen sollen.


Die afrikanische Ländergruppe hat das Thema deshalb auf die Tagesordnung der COP31 setzen lassen. Oxfam befürchtet Widerstand der Industrieländer. Auch bei den Verhandlungen über ein bereits vereinbartes Arbeitsprogramm zur Klimafinanzierung drohe eine Blockade.


Dabei ist der Bedarf dringend: Schutz vor Überschwemmungen, Vorsorge gegen Hitze und die Anpassung an veränderte klimatische Bedingungen kosten Geld. Für einkommensschwache Länder ist verlässliche Unterstützung entscheidend.


Jan Kowalzig, Referent für Klimawandel und Klimapolitik bei Oxfam Deutschland, warnt davor, dass die zugesagte Verdreifachung ohne konkrete Umsetzung eine „hohle Verabredung“ bleibt. Die Industrieländer dürften diese Konkretisierung in Antalya nicht blockieren.


Klimagerechtigkeit muss sich daran messen lassen, ob Menschen tatsächlich besser geschützt werden.


Der fossile Ausstieg braucht einen Fahrplan


Auch beim Abschied von Kohle, Öl und Gas muss die COP31 Bewegung bringen. Fossile Abhängigkeiten verschärfen die Klimakrise und machen Gesellschaften anfällig für Energiepreiskrisen.


Bereits 2023 verständigte sich die Weltklimakonferenz auf eine Abkehr von fossilen Energien. Ein gemeinsamer Fahrplan kam im vergangenen Jahr jedoch nicht zustande. Brasilien trieb daraufhin im Rahmen seiner COP30-Präsidentschaft eine eigene Initiative voran. Deren Ergebnisse liegen laut Oxfam nun zur Konferenz vor.


Die Organisation sieht darin eine Chance: Auch wenn der fossile Ausstieg nicht offiziell auf der Tagesordnung steht, könnten die Vorschläge neue Dynamik auslösen und Eingang in die Abschlussdokumente finden.


Entscheidend ist, dass daraus weitere konkrete Schritte folgen. Ein Ausstiegsversprechen allein senkt noch keine Emissionen.


Mehr Strom allein reicht nicht


Die türkische COP31-Präsidentschaft schlägt außerdem vor, den Stromanteil am weltweiten Endenergieverbrauch bis 2035 von derzeit rund 23 auf 35 Prozent zu erhöhen. Eine Allianz ambitionierter Staaten könnte dieses Ziel auch außerhalb der offiziellen Konferenzbeschlüsse vereinbaren.


Doch mehr Elektrifizierung schützt das Klima nur, wenn der Strom aus erneuerbaren Energien kommt. Oxfam fordert deshalb, das Vorhaben mit dem fossilen Ausstieg zu verbinden.


Für Antalya ist der Maßstab klar: verlässliche Finanzierung für Klimaanpassung und konkrete Fortschritte beim Abschied von Kohle, Öl und Gas. Die Menschen, deren Lebensgrundlagen heute bedroht sind, brauchen Ergebnisse. Die COP31 muss liefern.


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